akademischer seglerverein zu hannover e.v.

1874 - 1899

Einiges hat sich geändert seit der Akademische Verein am 24. Mai 1874 gegründet wurde. Kaiserreich, Weimarer Republik, das dritte Reich und die Bundesrepublik lösten einander ab.

"Die Begründung des Kaiserreiches auf den Schlachtfeldern Frankreichs brachte den Deutschen eine Zeit ungeahnter Entwicklung von Kunst Gewerbe, Handel und Industrie. In unmittelbarem Zusammenhang wächst die Bedeutung des technischen Unterrichtswesens. Die Zahl der Studenten wird größer, aber auch ihre Anforderungen an ein wissenschaftliches und geselliges Zusammenleben gehen weiter und wollen sich nicht mehr durch engbegrenzte Verbindungen befriedigen lassen. Man sucht gleichsam nach einer höheren Einheit des Verbindungslebens, man sucht einen Verein, der alle umfaßt, der den einzelnen aus der Einsamkeit erlöst, der zeigt, daß die Freiheit nicht nur in der Gebundenheit einer Verbindung zu finden ist. Ein großes Gebäude entsteht vor ihren Augen, kräftige Fundamente machen es den schlanken Pfeilern und Bogen möglich, weite Räume zu überdachen, die Platz bieten nicht nur für die Studenten in Hannover, sondern für all die andern Jünger der technischen Wissenschaft im großen deutschen Vaterlande".

Soweit das Selbstverständnis der Studenten von 1899, 25 Jahre nach der Gründung des AV.

200 Mitglieder wohnten der ersten ordentlichen Versammlung bei und der Vorstand hatte die Freude, daß fast vollständige Professorenkollegium in ihrer Mitte begrüßen zu können. Die Mitgliederliste zeigte bald die Zahl 300. Auch nach außen hin will man hervortreten. Man scheut nicht vor einer öffentlichen Aufführung von Schillers "Räuber" im königlichen Hoftheater zurück. Eine Zeitschrift, die den akademischen Geist weiter heranbilden und befestigen will, erscheint 1875. Gesellige Vereinigungen innerhalb des AVs entstehen, sie gliedern sich in musizierende und turnende Gruppen.

Die Zeitschrift des AV wird 1878 Verbandsorgan und somit Zeitschrift für Technische Hochschulen. Doch zu Anfang des neuen Jahrzehnts kündigen sich schlechte Zeiten an. Nachwirkungen einer Wirtschaftskrise sorgten für geringe Studentenzahlen. Die bestehenden Verbindungen suchten ihren Bestand zu schützen und schlossen sich enger zusammen. Dazu läßt sich sagen, daß zur damaligen Zeit auch Verbindungsstudenten Mitglieder des AV waren und die Geschicke des Vereins mitbestimmten. Das Bestreben, sich abzusondern, etwas Besonderes für sich zu bilden, wurde stärker, die großen Gesichtspunkte schwanden. Die Zeitschrift wird in diesem Zusammenhang infolge eines Defizites zur Aufgabe gezwungen.

Die Mitgliederzahl des AV sinkt in einem Semester bis auf 30. Das Ende des so hoffnungsreich begonnenen Werkes scheint nahe zu sein. Der Treue seiner Ehrenmitglieder hat der Verein es zu danken, das er überleben konnte. Ein grösseres Interesse beginnt sich gegen Ende des Jahrhunderts für den Verein zu regen. Zum 20. Stiftungsfest erscheinen über 200 Mitglieder.

Am 30. Juni 1894 konnte die AH-Kasse gegründet werden, die den Verein mit ihren AH² verbinden sollte. Die AH-Kasse wurde am 7. Mai 1897 zum AH-Verband ausgebaut.

Soweit in gekürzter Form ein Bericht zum 25. Stiftungsfest.


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