

1900 - 1945
Großer Beliebtheit erfreuten sich in der folgenden Zeit die "Ecken", deren es eine ganze Reihe gab. Sie entstanden aus einem augenblicklichen Bedürfnis, hielten sich aber oft nicht lange. Das Geburtsjahr der Segelecke fiel in das Jahr 1913, als AH Denicke seine Yacht "Freya" dem AV schenkte. Von da ab an fand sportmäßiges Segeln auf dem Steinhuder Meer statt.
Inzwischen war die Entwicklung in Hannover gleichartig denen an anderen Hochschulen verlaufen. Der Gedanke, durch den AV alle Studenten der Hochschule auf neutralem Gebiet zu vereinigen war gescheitert. Der AV war korporativ geworden, gewährte aber seinen Mitgliedern weitgehende Freiheit. Regen Anteil nahm der AV an allen Fragen, die die Hochschule bewegten. Stets betätigten sich Bundesbrüder im Studentenausschuß.
1914 zog der 1. Weltkrieg herauf. 15 Aktive und 20 AH² verloren ihr Leben. Nach dem Krieg wurde das Vereinsleben langsam wieder aufgebaut. Der AV bekam ein neues Heim und zog in die Lange Laube 9. Auch die Einstellung zum Studium hatte sich geändert. Größere Betonung der Volks- und Wirtschaftswissenschaften standen auf dem Programm. In den schweren Jahren nach dem Kriege stellten viele AVer ihre Kräfte der technischen Nothilfe zur Verfügung. Um Deutschland vor einer neuen "Revolution" zu bewahren, fanden sich fast alle im Studentenbataillon als der KappPutsch losbrach. In den folgenden Spartakistenunruhen im Ruhrgebiet zog ein AV-Halbzug mit aus Hannover.
Ein erneuter Anschluß an einen umfassenden Verband fand 1923 seinen Ausdruck, als der AV dem Wernigeroder Verband beitrat, trotz schwerer Bedenken gegen den Passus "unbedingte Genugtuung anzunehmen".
Bleibt noch zu erwähnen, daß in der Festschrift zum 50. Stiftungsfest auch vermerkt ist, daß "heute täglich ein frischer Paukbetrieb im Heim herrscht". Die finanziellen und beruflichen Sorgen hörten nach 1933 auf; doch wegen seiner traditionellen unpolitischen Haltung drohte der AV an der Nachwuchsfrage zu scheitern, da er sich der Gleichschaltung im III. Reich widersetzte und infolge dessen kein anerkannter Verein mehr sein durfte.
Mit der Eröffnung des Maschsees im Jahre 1936 tauchte die Idee auf, die Segelecke des AV zum ASV auszuweiten. Am 24.11.1936 erschien erstmals der ASV. Vereinsführer wurde Carl Bauer. Laut Satzung konnte der Vereinsführer über die Aufnahme von Mitgliedern allein entscheiden. Außer dem Ziel Segler heranzubilden erwähnt die Satzung noch: "Weiteres Ziel der Ausbildung soll sein die Erlangung des SA- und Reichsportabzeichens".
Im Anschluß an die Tage der Berliner Olympiade wurde der ASV Mitglied in dem Kartell der Akdemischen Seglervereine, das seine Unabhängigkeit bewahren konnte, da es im Ausland aufgrund seines Hochseesegelns bekannt war. Gleichzeitig wurde der ASV vom Deutschen Seglerverband anerkannt. 1937 bestand die Flotte des ASV aus drei Booten. In jenen Tagen wurde der "Matz-Günther-Pokal" für Vereinsmeisterschaften gestiftet. Bereits 1938 stach eine Mannschaft des ASV in Hohe See zu einem Dänemark-Törn. Bald darauf stellte der ASV den akademischen Reichssieger im Segeln mit Heinz Wicke, die ASV-Mannschaft belegte den zweiten Platz.
Eine erneute Satzungsänderung wurde 1940 erwirkt. Danach gehören die ausübenden Mitglieder ausschließlich dem NS-Deutschen Studentenbund an und sind dort in der Kameradschaft Skagerrak zusammengeschlossen, weil es für die Studenten keine andere Möglichkeit gab, sich an der TH außerhalb des NS-Deutschen STB zu organisieren.
Eine Aufnahme in den ASV z.H. eV, einem rechtlich rein bürgerlichen Verein, war grundsätzlich nur möglich bei gleichzeitiger Aufnahme in die Kameradschaft Skagerrak. Die Reihe kam an den Alt-Herren-Verband des AV der TH Hannover, der 1942 seinen Namen ändern mußte in: NS Altherrenbund der Deutschen Studenten, Hochschulring TH Hannover Altherrenschaft Skagerrak. Die Auswirkungen des II. Weltkrieges ließen den ASV nicht unberührt. Zum Leidwesen der Segler wurde ein Segelverbot für alle Vereine am Steinhuder Meer erlassen. Dem ASV glückte es als einzigem Verein eine Segelerlaubnis zu erreichen. Die Argumente der Wehrertüchtigung junger Studenten, Marinenachwuchsorganisation und Kriegsversehrtenpflege verhalfen zu diesem Erfolg. Die letzten Tage des Krieges kamen und ein Bombenangriff der Alliierten legte das Haus in der Gerberstraße in Schutt und Asche. Zur Bilanz des Schreckens gehörte leider nicht zuletzt der Verlust von Bundesbrüdern, die ihr Leben im Kriege opfern mußten.
Die Niederlage besiegelte zum Überfluß die Auflösung des ASV durch die Besatzungsmächte.